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Recht auf Stadt
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Erstellt am 11. September 2018 von stadtfueralle

Ernährungssouveränität Basel

Im Dreiland wohnen um die 800 000 Menschen, getrennt durch die Landesgrenzen zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Wie ist es um die Ernährung der BewohnerInnen bestellt? Was bräuchte es, dass die Hälfte oder mehr der Lebensmittel aus lokaler, regionaler und biologischer Herkunft stammt?

Auf dem Papier ist die Rechnung schnell gemacht: Um die ansässige Bevölkerung zu ernähren bräuchte es eine landwirtschaftliche Fläche von ca. 1 700 km².

In der Praxis wird es sofort extrem kompliziert. Konzerne und Grosshandelsketten, die global landwirtschaftliche Erzeugnisse einkaufen, verarbeiten lassen und weiterverkaufen, bestimmen den Markt.

Grossverteiler wie Migros, Coop und andere bestimmen den regionalen Zugang zu Lebensmitteln in der Schweiz.

Auch wenn heute ein beträchtlicher Teil der Lebensmittel aus der Region stammt, so sind vor allem beim konventionellen Betrieb wichtige Zutaten aus dem Welthandel beigemischt wie Dünge- und Futtermittel. Auch die hohe Produktivität geht nicht ohne ständigen Zufluss an Erdölderivaten.

Ein Regelwerk aus direkter und indirekter finanzieller Förderung soll die lokale, regionale und nationale Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln lenken. Dahinter stehen politische Interessen und Lobbygruppen, die bedient werden wollen.

Am Schluss kommen die Interessen der BäuerInnen, landwirtschaftlichen ArbeiterInnen und die der KonsumentInnen.

So kommt es, dass in der Konfitüre Beeren aus China landen. Kein landwirtschaftlicher Betrieb im Dreiland kann seine angebauten Beeren an die Produzenten der Konfitüre verkaufen, da die Löhne hier bei uns mindestens 50 mal höher sind.

Gleichzeitig sind in der Region die Mindestlöhne in Frankreich höher als in Deutschland und der Schweiz, so dass im Elsass nur agroindustrielle Landwirtschaft wie der Mais- oder Weinanbau auf grossen Flächen rentiert. Auf der deutschen Seite lohnt sich der Spargelanbau nur, wenn ErntearbeiterInnen aus dem Osten zu tiefsten Löhnen die Triebe stechen usw. usf.

Viele KonsumentInnen aus der Schweiz fahren nach Deutschland oder ins Elsass, um dank Wechselkurs Lebensmittel günstiger einkaufen zu können. Lebensmittel, die wiederum aus dem Osten und dem Süden Europas importiert wurden, wo MigrantInnen aus der ganzen Welt zu Tiefstlöhnen die Erntearbeit leisten.

Neben dieser unguten Entwicklung gibt es in Stadt und Land aber eine starke Tendenz, die sich auf die lokale und biologische Herkunft besinnt. Diese Keime für eine künftige, nachhaltige Versorgung aus der Region möchten wir hier sichtbar machen.
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Portraits

Betriebe, Organisationen und Vereine etc. sind engagiert und leisten ihren Beitrag um Basel und unser Ernährungssystem unabhängiger, souveräner und solidarischer zu gestalten. Hier eine Liste einiger vielversprechender Beispiele für eine zukunftsfähige und nachhaltige Ernährung:
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