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Erstellt am 16. August 2018 von stadtfueralle

Factsheet-Ernährung

Einige spannende Zahlen und Fakten rund um unsere Ernährungssysteme. Damals wie heute:
Ein Blick zurück
Anfang des 19ten Jahrhunderts ernährten vier Bauernfamilien mit Knechten und Mägden eine Familie in der Stadt. Mit der aufkommenden Mechanisierung kehrte sich in hundert Jahren das Verhältnis: Ende des 19ten Jahrhundert ernährte ein Hof bereits vier Familien in der Stadt.
Im 20ten Jahrhundert setzte sich diese Entwicklung weiter fort. 1950 ernährte ein Hof zehn Familien in der Stadt, 2012 sind es 144 Familien.

Auch die Anzahl der in der Landwirtschaft Beschäftigen nimmt kontinuierlich ab: 1901 arbeiteten 65% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, 1950 noch 24%, und heute sind es weniger als 2%. Einzig auf den Biohöfen stieg die Anzahl der Beschäftigten in den letzten Jahren.

Für das Baselbiet sieht das so aus: 1975 gab es 1061 hauptamtliche Bauernhöfe, 2017 noch 628. 1990 arbeiteten 4500 Personen in der Landwirtschaft, 2017 waren es 1758 Personen.

Mit immer weniger Betrieben, mit immer weniger Leuten immer grössere Mengen erwirtschaften
Das geht mit grösseren Flächen, grösserem Maschinenpark (heute Robotik) und massig eingeführten Ressourcen wie Energie (meist Diesel und Benzin), Dünge- und Futtermitteln und dem Einsatz von Pestiziden aller Art. Dies bedingt einen immer grösser werdenden Kapitaleinsatz, den nur noch wenige Produzent*innen sich leisten können.

Ausgaben im Haushaltsbudget für das Essen
Heute betragen die Ausgaben für Nahrungsmittel inklusive auswärtigem Essen ca. 10%. Vor 100 Jahren betrugen diese Ausgaben noch knapp die Hälfte des Budgets. Die Kosten für die Ernährung machen heute nur noch einen Bruchteil des Einkommens aus, was auch erklärt, dass so viele Nahrungsmittel weggeworfen werden.

Vom Korn - zur Mühle - zur Bäckerei und in das Regal
Hinter dem Bild der knusprigen, frischen Backwaren steht in der Regel ein gigantisches industrielles Produktionsregime. Billiger Weizen aus Osteuropa, gemahlen in einer Mühle in Deutschland, vorgebacken in einer Grossbäckerei in Frankreich mit einem hohen Grad an Konservierungsstoffen, begast mit Reinraumtechnologie und anschliessender Schockfrostung für maximale Haltbarkeit und im Tankstellenshop vor Ort frisch endgebacken wird das Produkt angepriesen als „Frisch aus dem Ofen“, „selbstgemachtes Brot“, „Frisch vom Tag“‘, „von Hand gemacht“ usw. 140‘000 Tonnen Tiefkühlbackwaren werden jährlich importiert sowie weitere 70‘000 Tonnen Weizen, davon die Hälfte bio. Durch diese Billigimporte geraten Mühlen und Bäckereien unter Druck und müssen aufgeben. Nur die grössten Player können mithalten, wie die zentrale Bäckerei von Coop in Schafisheim, welche für die gesamte Deutschschweiz backt und wo ein riesiges Tiefkühllager die gefrorene Ware bereithält.

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Hintergrundinformationen

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