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Rosental-Plakat
Erstellt am 28. August 2021 von Stadt für Alle

Vom Industriequartier zum Investitionsobjekt – Das Rosental in den letzten 30 Jahren

Der Verein «Stadt für Alle» hat untersucht, wie sich die Eigentumsverhältnisse von Wohnraum im Rosental in den letzten Jahrzehnten verändert hat: Besonders die Entwicklung der letzten Jahrzehnte ist bedenklich.
Das Rosental ist eines der Quartiere Basels, in dem es noch bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit wenig Einkommen gibt. Gleichzeitig wird es durch Stadtentwicklungs-Projekte wie die Erlenmatt oder das Rosental-Mitte umgestaltet. In den kommenden Jahren werden sich Aufwertung und Verdrängung zuspitzen.

Deshalb fragte der Verein «Eine Stadt für Alle» in einer seit fast einem Jahr dauernden Untersuchung: Wem gehört das Quartier? Und wie haben sich diese Eigentumsverhältnisse seit 1960 verändert? Als Grundlage dient uns eine eigens entwickelte Datenbank, in der Liegenschaftseigentum, sowie Handänderungen und Baugesuche gespeichert werden. Die Daten stammen aus öffentlichen Quellen wie dem Grundbuch, dem Kantonsblatt oder den alten Basler Adressbüchern. In gemeinsamer Arbeit haben wir als erstes eine Analyse des Rosental-Quartiers vorgenommen. Weitere Untersuchungen sind geplant. Die Resultate wurden auf einem doppelseitigen Plakat publiziert, welches in alle Briefkästen des Quartiers verteilt wurde.

Der Finanzmarkt übernimmt das Quartier
In der Entwicklung der Eigentumsverhältnisse zeigt sich eine entscheidende Tendenz: Unsere Quartiere sind in den letzten 30 Jahren gefragte Investitionsobjekte geworden. Der Wohnraum wird verstärkt zu einer Finanzanlage. An Einfluss gewinnen Anleger des Finanzmarktes, wie Banken, Versicherungen, Pensionskassen oder Immobilienfonds. Seit 2000 wächst deren Anteil stark – besonders, weil sie einen Grossteil des Erlenmatt-Quartiers besitzen. Heute haben diese Anleger die Privatpersonen als grösste Eigentümergruppe abgelöst. Sie besitzen mit 33.7% jede dritte Liegenschaft und mit 50.2% mehr als jede zweite Wohnung des Quartiers. Die grösste Eigentümerin, die Credit Suisse Group, besitzt allein mehr als jede zehnte Wohnung des Rosentals.

Über Eigentum sprechen
Einmal im Besitz von Akteuren, die Wohnraum als Finanzanlage betrachten, verlieren wir die Möglichkeit, mitzugestalten und mitzubestimmen. In ihrer Sicht ist eine Wohnung ein Anlageobjekt, dass primär unter dem Gesichtspunkt des zu erwartenden Gewinnes bewertet wird. Das hat auch Konsequenzen für Quartierbewohnende: Ihnen droht, für die Gewinnmaximierung aus ihren Wohnungen geworfen zu werden.
Doch diese Entwicklung ist nicht alternativlos. Sie kann politisch verändert werden, zudem bestehen z.B. mit Genossenschaften bereits alternative Eigentumsmodelle. Deshalb ist es wichtig, über Eigentum öffentlich zu diskutieren. Und sich für Eigentumsmodelle einzusetzen, welche den Boden und das Wohnen als Gemeingüter betrachten, mit denen nicht spekuliert werden kann.
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Volksinitiative für "Ernährungssouveränität" - Argumentarium

Die Initiative will neue Wege für die Agrar-­‐ und Ernährungspolitik der Schweiz eröffnen. Ziel ist Zukunftsperspektiven für die aktiv Tätigen in der Landwirtschaft zu schaffen, den Erwartungen der Bevölkerung nach sozial und ökologisch nachhaltigen Lebensmitteln gerecht zu werden, die natürlichen Produktionsgrundlagen zu schützen und für einen fairen internationalen Handel einzustehen.
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